Dan Flavin – Sommer 2018 im Kunstbau des Lenbachhauses

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Die Sommer-Ausstellung 2018 im Kunstbau des Lenbachhauses besteht nur aus Licht, aber was für welches. Dank einer großzügigen Schenkung der Sammler Friedrich und de Ménil sind im Sommer 2018 eine Installation von Dan Flavin und Lichtspiele von Marcia Hafif gratis zu sehen.

Die raumfüllende Licht-Installation „Untitled. For Ksenija“ ist ein Erlebnis aus Licht und Farbe. Dan Flavins Kunst besteht aus Licht und natürlich dem Raum, den er damit verändert. Dabei spielt der amerikanische Künstler (1933-1996) sehr gekonnt mit dem menschlichen Sehen.

Kunstbau München Dan Flavin Lenbachhaus Lichtskulptur

Streifen aus farbigen Leuchtstoff-röhren an der Decke tauchen den gesamten Raum in Farbe. Er erstrahlt in Gelb, Rot, Blau, Grün und allen Mischungen, die sich daraus ergeben. Mischungen aus Malfarben werden tendenziell immer dunkler. Bei Licht ist es genau umgekehrt, je mehr Farben dazu kommen, desto heller wird.

Das Erlebnis beginnt unmittelbar mit Betreten des Raums über eine lange gerade Rampe, die mitten in den Ausstellungssaal führt (Architekt: Uwe Kiessler). Sobald man in der  Ausstellung steht, umgeben den Besucher Licht und Farbe. Eine Art Dialog mit der Architektur beginnt, denn es sind ausnahmsweise keine Objekte da, die den Raum verstellen. Alles atmet regelrecht Farbe und der Betrachter wird quasi zu einem Bestandteil des Kunstwerks in dessen Mitte er sich bewegt.
Dan Flavin ist für seine Raum-Skulpturen aus Licht international berühmt. Er formt aus Lichtkanten leuchtende Kuben im Raum. Es ist nicht ganz klar, ob die Erscheinungen Objekte sind oder nicht, denn man kann sie ja nicht greifen.  Fotografiert man das Werk, wird man merken, dass die Aufnahmen ganz andere Farben zeigen, als wir sie sehen. Denn Flavin spielt mit unserer Wahrnehmung.

Ergänzt werden die Werke durch Lichtspiele im zylindrischen Zentralraum Dort sind digitalisierte 8mm-Filme von Marcia Hafif (1929-2018) zu sehen. Die Künstler waren befreundet, schrieben beide über Kunst und Beide Künstler kannten sich und verwendeten industriell hergestellte, also für jederman erreichbare Elemente aus denen sie Kunst schufen.
Das Lenbachhaus hat Flavin bereits acht Ausstellungen gewidmet. Die Rauminstallation for Ksenija wurde 1994 für den damals neu eröffneten Kunstbau erschaffen. Im Rahmen einer Schenkung von Heiner Friedrich und Philippa de Ménil gehört die farbenfrohe Lichtskulptur nun zur Sammlung des städtischen Museums im Lenbachhaus.Friedrich war Anfang der 1960er bis 1972 Galerist in München und zeigte hier vor allen anderen Künstler der Minimal, Land und Concept Art wie Cy Twombly, Donald Judd, Walter de Maria. Er tat das lange vor anderen. Heute gehören seine Entdeckungen längst zu den typischen Beständen der internationalen Museen. Im Chiemgau ist ihm mit DASMAXIMUM ein kleines Museum mit Kunst der Spitzenklasse zu verdanken. Sonst ist Traunreut eher als Industrie-Standort ein Begriff, für die Leuchten von Osram oder die Herde von Bosch und Siemens.
Sollte es im Sommer in der Stadt im Sommer vorübergehend zu warm werden, einfach einen Abstecher zur Farbdusche in den Kunstbau machen. Der Zugang zum Kunstbau erfolgt über den U-Bahn-Eingang Königsplatz, Ecke Luisenstraße. Weitere Infos per Click:

Dan Flavin. Untitled (for Ksenija), noch bis 30. September 2018
Di 10-20, Mi-So 10-18 Uhr. Eintritt frei
Marcia Hafif im Lenbachhaus 
Städtische Galerie im Lenbachhaus: www.lenbachhaus.de
Luisenstr. 33, 80333 München

DASMAXIMUM:www.dasmaximum.com
Fridtjof-Nansen-Str. 16, 83301 Traunreut

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