Museum Campendonk – der Blaue Reiter in Penzberg

Gekreuzigter, Ölbild, Campendonk, Museum Penzberg, Ölbild

Heinrich Campendonck schuf farbenfrohe Werke in seiner Zeit im Blauen Land. Er war Mitglied des Almanachs und seit 2016 warten einige seiner Werke im Penzberger Museum auf Besucher.

Campendonk, Postkarten, Aquarell, Museum Penzberg, Blauer Reiter, Kunst-Ausflug
Liebespaar (Adda und Heinrich), 1913

Seit 2016 hat die Bergbaustadt Penzberg ein Museum, das immer wieder abwechslungs-reiche Ausstellungen zeigt und die Sammlung Sammlung Campendonk beherbergt. Der  gehörte wie Franz Marc, Gabriele Münter und Wassily Kandinsky zum Kreis des Blauen Reiters. Besondere Bekanntheit erlangten seine Glasbilder.

Campendonk, Postkarten, Aquarell um 1912, Museum Penzberg, Blauer Reiter
Postkarten, Aquarell um 1912

Aktuell werden mit „Einfach.Magisch“ Werke von Heinrich Campendonk gezeigt. Einige Leihgaben sind erstmalig zu sehen. Dazu gehören die fröhlichen Aquarelle, die der Künstler an seine erste Frau Adda schickte.

Campendonk, Blauer Reiter, 1912, Franz Marc
Die kleinen Pferde, 1912

In seiner Anfangszeit im Blauen Land unterhalb des Starnberger Sees sieht man den Werken des Rheinländers noch die freundschaftliche Nähe zu Franz Marc und August Macke deutlich an. Bis 1914 trafen sich die Künstler um den Almanach des Blauen Reiters häufig zum gemeinsamen Malen. In den darauf folgenden Werken entwickelt Campendonk dann zunehmend eine deutlich eigenere Sprache in der Malerei. In einigen Werken thematisiert er den Alltag seinerzeit in Penzberg.

Aquarell, Blauer Reiter, Campendonk, Museum Penzberg
Das Schaufenster, 1919

Die Stadt war damals vom Bergbau geprägt. Bis 1966 wurde hier Braunkohle für den regionalen Bedarf gefördert. Zwei Räume des Museums zeigen die typische Wohnsituation der Bergarbeiter.
Begonnen hatte der Rheinländer seine Ausbildung 1905 in seiner Heimatstadt Krefeld im Ruhrgebiet. Dorthin kehrte er 1923 zurück um selbst zu unterrichten, zuletzt an der Akademie Düsseldorf. Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten wurde er 1933 von seinen Ämtern enthoben. Zwar wurde er auf der Pariser Weltausstellung 1936 noch für seine Glasbilder ausgezeichnet, doch in Deutschland schwand sein öffentliches Ansehen. 1937 wurden seine Werke im Münchner Hofgarten im Rahmen der verunglimpfenden Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. Bemängelt wurden seine Farbwahl und Formgebung. Genau das, was wir heute so schätzen. Heute gilt die unfreiwillige Teilnahme an dieser Veranstaltung eher als Auszeichnung.

Ölbild, Campendonk, Museum Penzberg
Der Lange Kuhstall, 1947

Doch damals bedeutete sie, dass dem Künstler kaum mehr blieb als die Emigration. So zog Campendonk zunächst in das belgische Antwerpen und dann weiter in die Niederlande. In Amsterdam konnte er schliesslich wieder unterrichten. 1955 nahm er an der ersten documenta in Kassel teil. Zu seinem Lebensende erhielt er zahlreiche Auszeichnungen.

Campendonk, Glasbild, Museum Penzberg, Blauer Reiter
Schaukasten, Glasbild, Aufsicht

Ein Teil der Ausstellung ist den Glasbildern gewidmet. In der Gegend zwischen Kochel- und Starnberger See hatten hinter Glas gemalte Heiligenbilder Tradition. Gabriele Münter nahm die Technik begeistert auf. In heiterer Runde schufen die Künstler des Blauen Reiters gemeinsam eine ganze Reihe kleiner Glasbilder.

Campendonk, Glasbild, Museum Penzberg, Blauer Reiter
Schaukasten, Glasbild, Durchsicht

Technisch ist beim Aufbau des Bildes die umgekehrte Reihenfolge zu berücksichtigen: Was ganz oben zu sehen sein sollte, musste als erstes gemalt werden. Ein Schaukasten in der Ausstellung zeigt wie deutlich sich Vorder- und Rückseite unterscheiden. Campendonks Beschäftigung ging noch weiter. Er nutzte das durchs Glas in die Farbschichten eindringende Licht ganz bewusst als Element der Gestaltung.

Glasfenster, Campendonk, Kirche Penzberg
Passionsfenster, Entwurf 1937

Zwei Glasfenster der nahen Kirche Christkönig (Sigmunds. 18, Penzberg) sind ebenfalls von Campendonk. Der Wiederaufbau aus den 1950ern ist nur einige Meter vom Museum entfernt. Besonders stimmungsvoll: Das Passionsfenster im kleinen Andachtsraum.
Museum Penzberg und Sammlung Campendonk gehören zu einem Verbund von Museen südlich des Starnberger Sees. Hier wo sich liebliche Landschaft, idyllische gelegene Seen und kleine Museen mit Meisterwerken der expressionistischen Malerei zu einem Ausflugsangebot aus Kultur und Natur einladen, waren die Künstler des Blauen Reiters aktiv.

Einfach.Magisch – noch bis 16. September 2018, Di-So 10-17 Uhr
Museum Penzberg – Sammlung Campendonk: www.museum-penzberg.de
Am Museum 1 (ehemals Karlstr. 61), 82377 Penzberg

MuSeenLandschaft Expressionismus, verbundene Museen über www.murnau.de/de/museenlandschaft-expressionismus

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